Neues Jahr, neues Glück! Auch wenn die meisten guten Vorsätze bereits nach wenigen Wochen in Schönheit sterben, ist es trotzdem eine schöne Neujahrs-Tradition – und wer weiß, vielleicht hast Du ja dieses Jahr die nötige Disziplin wenigstens einen guten Vorsatz zu realisieren? Also ran an den Speck, mach 2019 zu Deinem besten fotografischen Jahr!

Der englische Fotograf Nigel Danson hat auf seinem Youtube-Kanal sieben gute Ideen für fotografische Vorsätze gemacht (sein Video kommt ganz unten). Vielleicht ist der eine oder andere seiner Vorschläge ja auch etwas für Dich?

 

Idee # 1 – Gehe Fotografieren!

Das klingt zwar banal, ist aber doch so simpel wie effektiv: mach Fotos! Je mehr, desto besser, denn Übung macht bekanntlich den Meister. Gehe raus und übe Dich an Motiven, die Dich interessieren, egal ob es Landschaften sind oder Menschen, Tiere, Abstraktes, besondere Kompositionen oder was auch immer sonst.

Und wenn am Ende des Jahres 2019 zwölf gute Bilder herausgekommen sind, dann hast Du eine der wichtigsten Empfehlungen des berühmten Fotografen Ansel Adams bereits erfüllt.

 

Idee # 2 – Analysiere Deine Bilder des Jahres 2018

Wann hast Du eigentlich mal Deine eigenen Bilder der letzten Monate so richtig bewusst analysiert? Noch nie? Tja, so geht es den meisten FotografInnen.

Also: sehe Dir Deine Bilder des Jahres 2018 mal ganz bewusst an. Welche Motive waren besonders oft vertreten? Wie gut sind sie Dir gelungen? Welche Brennweiten, Blenden, Verschlusszeiten und ISO hast Du für Deine Bilder gewählt?  Auf welche Bilder bist Du besonders stolz? Welche sind bestenfalls „naja, schön ist anders“? Welche Fehler waren symptomatisch für Dich? Und was war sogar richtig gut?

Und jetzt wähle einige Deiner Motive aus und nehme Dir vor, sie neu zu fotografieren. Sie besser zu fotografieren. Und bewusster. Achte dabei auf eine bewusste Komposition, Deine Technik und das richtige Licht.

 

Idee # 3 – Drucke Deine Bilder aus

Ja, die meisten Bilder landen in den digitalen Massengräbern Deiner Festplatten oder Cloud-Speicher. Die Daten-Archäologen des 22. Jahrhunderts werden sich vielleicht freuen angesichts der Trilliarden nichtssagender, verwackelter und horizontschiefer Urlaubserinnerungen. Mach Schluss damit und drucke Deine Bilder aus! Natürlich nicht alle, aber mindestens Deine zwölf besten (siehe Vorsatz #1).

Damit kannst Du vielleicht sogar Deine nächste Ausstellung in der SML bestreiten. Du kannst einen tollen Print vielleicht in Deine Küche hängen (und kommendes Jahr durch einen anderen Druck austauschen).

Oder Du machst endlich mal Dein erstes (oder zweiundzwanzigstes) Fotobuch und lässt es bei Blurb oder Cewe drucken. Gestalte einen Kalender bei Calvendo und verkaufe ihn ganz selbstbewusst bei Amazon (hier der Link zu meinem eigenen Kalender ‚Magisches Nordland‘).

Oder ganz ohne Veröffentlichung: mach ein Scrapbook. Dazu nimmst Du ein schönes leeres Notizbuch und klebst Dein Bilder ein, dazu schreibst Du ein paar Notizen, beispielsweise ein erinnernswertes Erlebnis beim Fotografieren oder die benutzte Technik. Oder Du lässt Kühlschrankmagnete drucken. Oder…

Es gibt tausende gute Ideen, was Du alles mit ausgedruckten Bildern machen kannst. Und wenn es zu viele werden, verschenke sie einfach!

 

Idee #4 – Wähle einen neuen thematischen Schwerpunkt für das Jahr

Du fotografierst gerne Landschaften? Schön. Aber nimm Dir doch mal ein für Dich neues Genre vor und setze Dich damit mal ganz bewusst und intensiv auseinander. Wie wäre es mit Architektur oder Tropfenbilder (lass Dich dazu vielleicht von der Ausstellung von Franz Weiser am 10. Januar inspirieren)? Oder Street-Fotografie wie im Fall von Nigel Danson.

Und am Ende Deines Schwerpunkt-Jahres hast Du vielleicht auch fünf Bilder auf die Du stolz bist. Die Dich weitergebracht haben. Deinen Stil. Deine technische Sicherheit. Und die Du natürlich ausgedruckt hast (siehe Idee #3)!

 

Idee #5 – Suche Dir ein naheliegendes Motiv

Die meisten Menschen fangen erst an zu fotografieren, wenn sie weit weg von zuhause sind. Das gilt auch für die Profis unter uns. Dabei liegt das Gute meist meist ziemlich unbeachtet und direkt vor unserer Nase.

Suche Dir ein im wahrsten Sinne des Wortes naheliegendes Motiv in Deiner näheren Umgebung, sagen wir mal vielleicht im Umkreis von fünf Kilometern. Fallen Dir da schon ein paar Sachen ein? Nein? Dann gehe suchen.

Schaue Dir Deine Umgebung viel bewusster an, suche Motive, Formen, Farben, Lichtspiele … und setze das in Szene. Mehrmals. Mach eine Serie daraus. Übe Dich daran technisch und gestalterisch besser zu werden. Trainiere Deine methodische Kreativität.

 

Idee #6 – Beginne Dein fotografisches Notizbuch

Kauf ein kleines, aber schönes und Dich inspirierendes Notizbuch und fange an Deine fotografischen Exkursionen, Projekte oder Bilder aufzuschreiben. Welches Motiv hast Du gesehen oder Dir vorgenommen? Wie hast Du es umgesetzt? Mit welcher Technik? Worauf hast Du bei der Gestaltung geachtet. Was ist dabei vielleicht sogar Unerwartetes passiert? Und wenn Du willst, kannst Du später ausgedruckte Beispielbilder in das Notizbuch kleben (schon wieder Idee #3).

Oder Du schreibst Motivideen auf, oder Locations, die Du unterwegs entdeckst.

Die berühmtesten Fotografen und Fotografinnen nutzen diese Technik. Denn es lässt Dich bewusster in Deiner Arbeit werden. Und mit jedem Eintrag besser!

 

Idee #7 – Verbessere Deine Bildbearbeitung

Früher war es die Dunkelkammer, heute sind es Softwarelösungen wie Lightroom, Capture One oder das gute alte Photoshop, die Deinen Bildern den letzten Schliff verpassen. Für viele FotografInnen, vor allem für die wirklich guten unter ihnen, ist die Aufnahme erst die halbe Miete. Mindestens die andere Hälfte liegt in der Nachbearbeitung. Von der Auswahl des richtigen Bildes über die stimmige Bearbeitung der Bilddetails bis zur passenden Aufbereitung für Druck oder Bildschirm – erst so wird aus einer guten Aufnahme eine unvergessliche Fotografie.

Aber sei ehrlich: wie gut beherrscht Du dieses Werkzeug Bildbearbeitung wirklich?

Wenn jetzt irgendwas weniger als „sehr gut“ als Antwort kommt, dann könntest Du im neuen Jahr vielleicht mal einen Intensiv-Kurs an der VHS besuchen oder Dir eine Reihe Videotutorials zu Gemüte führen oder Dir ein schlaues Buch zum Thema auf Deinen Schreibtisch legen.

Nicht Presets machen Deinen Stil, sondern es zählt die alte Formel: 

Bewusste Fotografie + Bewusste Bearbeitung = Eigener Stil

 

Und jetzt bist Du dran!

Hast Du schon gute Vorsätze für das neue Jahr? Gefällt Dir eine der obigen Ideen besonders gut? Vielleicht hast Du andere Ideen oder gar schon einen ganz eigenen Plan? Dann verrate uns in den Kommentaren unten was Du Dir für das neue Jahr fotografisch vorgenommen hast – ich bin schon ganz neugierig drauf!

Happy New Year!

 


Beitragsbild “2019” von Nord Wood mit Creative Commons Lizenz


 

Über Christoph Kopp

Die Portrait- und Reportagefotografie, besonders aber auch multimediale Arbeiten gehören zu den Schwerpunkten von Christoph. Das von ihm gegründete bildwerck.tv bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen professionelle Unterstützung bei Realisierung multimedialer Marketing-Maßnahmen. Sein Wissen gibt er auf Fotoreisen und –workshops weiter, so bereits für die Nikon School Deutschland, Calumet Photographic, DAV Summit Club. Mehr über Christophs fotografische Arbeit auf

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